Meister LIU

SHAOLIN KUNG FU

SHAOLIN KUNG FU

 

Als Shaolin Kung Fu werden mehr als 360 chinesische Kampfkunst-Stile bezeichnet, die sich in irgendeiner Weise auf das chinesische Shaolin-Kloster beziehen. Versteht man den Begriff im engeren Sinn, dann zählt man dazu nur die Techniken, die Legenden zufolge in der Gründungsstätte, dem buddhistischen Shaolin Kloster am Berg Song Shan in der Provinz Henan, entwickelt wurden. Im weiteren Sinn werden darunter auch Stile gefasst, die von anderen, mit Shaolin verbundenen, Klöstern oder auch von Wandermönchen stammen sollen.

Das Shaolin Kung Fu zählt zum immateriellen Kulturerbe der Volksrepublik China.

Alle Kampftechniken und Hauptstile basieren auf der besonderen Kraft des Gegensätzlichen. Eine Differenz, die nicht aufreibt, sondern befruchtet. Ein Kontrast, der alles Gegensätzliche in der Welt eint und dadurch Ursprung einer besonderen Stärke ist. Aus diesem Gedanken haben sich im Laufe der Zeit verschiedene Stile und Techniken entwickelt.

Äußerste Disziplin, Wendigkeit und Ausdauer sind die Voraussetzungen für das von Shaolin-Mönchen entwickelte Kung Fu. Höchste Körperbeherrschung und jahrelanges Training bringen ihren Körper dazu, mit Shaolin Kung Fu schier Unmenschliches zu leisten.

Shaolin Kung Fu ist bei uns im Westen vor allem als Nahkampftechnik bekannt. Was teilweise unbekannt scheint, ist, dass die Jahrtausende alten Lehren des Shaolin Kung Fu auch aus Qi Gong, Traditioneller Chinesischer Medizin, Dehnübungen, sowie höchster physischer Anstrengung besteht. Die Lehre von Ying und Yang in Verbindung mit Ernährungskunde sind ebenfalls wichtige Bestandteile. Zusammenfassend geht es darum, Körper und Geist in Einklang zu bringen.

Diese Kampfkunst konnte sich auch in Zeiten der Unterdrückung durch die Dynastien halten, weil sie auch ohne Waffen ausgeübt wird. Nach dem Fall der Qing-Dynastie Ende der 1950er Jahre wurde das moderne Wushu als Volkssport offiziell anerkannt.

Kung Fu war ursprünglich der chinesische Ausdruck für eine Fertigkeit in reinster Perfektion: Ein Werk, das mit schier übermenschlichem Einsatz, Willen und Geschick erlernt werden musste um meisterhaft ausgeführt zu werden.

QI GONG

Qi bedeutet Energie bzw. universelle Lebensenergie. Gong kann man als Erreichen, Errungenschaft bzw. Fertigkeit übersetzen. Qi Gong zusammen beschreibt die Lebensenergie zu pflegen und weiterzuentwickeln, dadurch wird Lebensvitalität erhöht und Heilvorgänge ausgelöst und unterstützt. Es gibt verschiedene Qi Gong Stile u.a. „Chinesisch Medizinisches Qi Gong“, „Taoistisches Qi Gong“, „Buddhistisches Qi Gong“, „Konfuzianistisches Qi Gong“. Allen gemeinsam sind die Bewegungsabläufe kombiniert mit Atemtechniken und zielgerichteter Fokussierung. Daraus resultiert eine Ausgewogenheit, Stressreduktion und eine verstärkte Lebensvitalität.
In der klassischen, chinesischen Medizin ist reichlich und ungehindert fliessendes Qi, die Essenz für eine blühende Gesundheit, für Langlebigkeit, innere Kraft und mentale Klarheit.
Die Legende besagt, dass der indische Mönch Bodhidharma (Damo) 527 n.Chr. das Shaolin Kloster besuchte und die Mönche in so schlechter, körperlicher Verfassung vorfand, dass sie unfähig waren zu meditieren. Deshalb lehrte er sie einige Übungen zu denen auch die 18 Lohan Hände gehören.
Unter dem Begriff Qi Gong werden Übungssysteme zusammengefasst, die in China im Lauf von Jahrtausenden entwickelt wurden. Ihnen allen liegt das Konzept des „Qi“ zugrunde,  auf dem unter anderem auch die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) aufbaut, sowie der Gedanke, dass Körper, Seele und Geist als eine Einheit zu verstehen sind. Dem entsprechend berücksichtigen die Übungen des Qi Gong die Positionen und Bewegungen unseres Körpers, arbeiten mit Atmung und Vorstellung, nehmen Einfluss auf den Fluss der Lebensenergie und die Haltung unseres Geistes.
Qi Gong ist in den letzten Jahrzehnten in Europa vor allem als Methode zur Gesundheitsförderung bekannt geworden. Die Ursprünge des Qi Gong sind vielfältig, sie liegen in der Medizin ebenso wie in der Kampfkunst, wo man die inneren Kräfte zu entwickeln suchte, im spirituellen Bereich, wo man durch Mehrung der Lebensenergie zu Erleuchtung und Unsterblichkeit gelangen wollte, wie auch in der Lebenspflege, wo ein guter Umgang mit dem Qi zu besserer Lebensqualität führen kann. Qi Gong zu üben beinhaltet die Möglichkeit, einen Weg zu beschreiten, sich in seinem Leben neu zu orientieren.